The Future Of Cities

Monday, June 9th, 2008

photo taken from psfk.com

“Doors Of Perception has posted a Cluster Magazine interview with designers John Thackara and Sunil Abraham. The discussion is chock full of potent brain-food on the future of cites, design, sustainable and informal economies and more. They explain in great detail what changes need to be implemented to improve living conditions for the growing number of city dwellers.”

psfk

You’ll find the interview at John’s Blog, Doors Of Perception. Enjoy!


del.icio.us Reddit Digg Technorati Google StumbleUpon Bloglines Mister Wong

Using Green Materials and Supply Chains to Make Sustainable Products

Friday, May 30th, 2008

“One of the hurdles to making sustainable products is figuring out what the term sustainability means for different materials and ingredients.
Jason Pearson, president and CEO of GreenBlue, a research and design institute, spoke with GreenBiz Radio about how companies are using metrics such as recyclability and renewable energy when determining the quality of products, and what efforts are underway to make cleaner supply chains.”

Again we provide you an insight into how industry treats and thinks about sustainability.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

“brought to you by bp” - thank you ;)

via: ClimateBiz

Update: Take a look at the Future Supply Chain Study as well, which [...] “presents a new integrated supply chain model that takes into account sustainability parameters such as CO2 emissions reduction, reduced energy consumption, better traceability and reduced traffic congestion, as well as traditional measures like on-shelf availability, cost reduction and financial performance.”


del.icio.us Reddit Digg Technorati Google StumbleUpon Bloglines Mister Wong
This entry is part 2 of 4 in the series Customer Insight

Step behind the scenes and see how industry deals with sustainability, responsibility and other green or social topics!

Interview - Kleiner Kaufladen

Sunday, April 27th, 2008

Auf den ersten Blick kann man in dem Kleinen Kaufladen eine Art “Trödel-Privat-Ebay” sehen, auf dem zweiten merkt man schnell dass sich dahinter viel Mühe um Details, Leidenschaft und ein liebevolles Händchen verbergen muss, das man bei Power Sellern nicht findet.

Melanie Höhse verkauft nicht nur alten “Plunder”, sondern arbeitet ihn auch wieder auf, rearrangiert und kombiniert ihn mit selbstgemachten, so daß auf ganz bezaubernde Weise etwas neues entsteht. Sustainability at its best!

Kleiner Kaufladen - Logo

Sound Of Sirens - Interview - QuestionHallo Melanie!
Worum geht es denn bei deinem Projekt? Wie bist Du auf die Idee gekommen, alte Sachen aufzuarbeiten, teilweise mit neuem, sowie viel selbstgemachtem zu kombinieren und sie anschliessend über das Internet zu verkaufen?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerIm Grunde fing alles in meiner Kindheit an. Mein Vater besaß damals ein Antiquitätengeschäft und direkt gegenüber hatte meine Mutter ein kleines Puppengeschäft in dem sie größtenteils alte Puppen und antike Teddybären repariert hat. Ich kann mich noch gut daran erinnern dass ich als Kind ständig einen muffigen Geruch in der Nase hatte, eine Mischung aus Mottenkugeln und altem Holz.
Inmitten dieser alten und mir damals so kostbar erscheinenden Schätze gab es immer viel zu entdecken.

Buy Handmade!

Meine Liebe zu alten Dingen habe ich demnach von meinen Eltern. Sie waren schon immer kreativ und gute Verwerter. Ich kann mich nicht daran erinnern dass wir damals anderorts eingekauft hätten. Durch die Haushaltsauflösungen meines Vaters hatten wir immer alles gleich zu Hause was wir benötigten. Das ist heute auch noch so, vieles in meiner Wohnung sind alte Dinge mit eigenen Erinnerungen – wenn auch materiell nicht wertvoll – und das versuche ich in meinem Shop zu transportieren. Da ich nicht ganz so viele Stunden dafür aufbringen kann, richtet sich die Größe des Sortiments nach meiner freien Zeit. Mittlerweile habe ich bis auf eine Reproduktion von alten Stofftieren die ich günstig erworben konnte, nur alte Produkte im Sortiment und als neuwertig gekennzeichnet, wenn die Qualität dem entspricht.

Kleiner Kaufladen - 001

Vieles der handgearbeiteten Dinge stammt von meiner Mutter. Durch das Internet hatte ich viele Denkanstöße, wie z.B. zuletzt durch die “Buyhandmade-Aktion” auf deren Seite genau erklärt wird warum es eine Bereicherung, nicht nur für sich selbst sein kann, mehr handgefertigte Produkte zu erwerben. Mir gefällt die Idee ganz gut dass man bereits existierendes weiternutzt oder verwertet und damit vielleicht auch etwas bescheidener leben kann – was nicht gleichzeitig bedeutet dass sich die “Lebensqualität” dadurch vermindert.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionWürdest Du die Gründung deines Stores eher als Bauchentscheidung bezeichnen oder bist Du an das Projekt im kaufmännischen oder im philosphischem Sinne durchdachter herangegangen?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerNein, im kaufmännischen Sinne auf keinen Fall! Das Ganze sehe anders aus, wenn der Shop mein Haupterwerb wäre. Dann könnte ich mehr Zeit investieren. Das Sortiment ausbauen. Da dies in dem Maße nicht mein Ziel sein kann, besitze ich nicht immer die freie Zeit um über Zielgruppen oder werbetechnische Strategien nachzudenken – nicht in dem Umfang in dem es ein Kaufmann täte.
Philosophisch klingt gut, aber da müsste ich lügen. Bauchentscheidung trifft es! Zunächst war die Idee, geprägt durch meine Eltern und den bereits vorhandenen Mitteln und dann entwickelten sich eigene Gedanken zur Umsetzung und Verbreitung. Ich versuche auf jeden Fall ein Stück meiner eigenen Lebensweise mit einfließen zu lassen und viel zu beobachten. Dazu gehören dann eben auch eigene Vorlieben, Neigungen und die Art und Weise wie man selber konsumiert.

The 5R’s

Ich achte darauf ob ich bestimmte Dinge überhaupt unbedingt benötige, bevor ich sie anschaffe. Wenn ich Päckchen packe schaue ich z.B. danach Material zu nehmen dass ich vorher regelmäßig horte, um es wiederzuverwenden. Dazu gehören dann alte Kartons, Füllmaterial, Papier. Momentan organisiere und plane ich eine Verkaufsausstellung mitsamt Eröffnungsparty in einem befreundetem Frisörsalon, dort werden dann auch sehr viele alte Waren zu erwerben sein, die jahrelang in Kartons munter vor sich hergestaubt haben. Auch hier versuche ich mit den gegebenen Mitteln zu arbeiten. Wahrscheinlich weil sich mein eigenes Konsumverhalten in den letzten Jahren selbst gewandelt hat, ist es mir wichtig geworden nicht unnötig zu verschwenden. Ich mache mir mehr Gedanken darum was ich kaufe, wenn ich es kaufe und gegebenfalls auch wo ich es einkaufe.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionJetzt bin ich aber überrascht - im positivem Sinne. Ich hatte Dir die vorherige Frage gestellt, um das Gespräch in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. Dass Du mir jetzt mit dieser Antwort quasi einige Grundprinzipien des nachhaltigen Lebens auf dem Servierteller lieferst und darüber hinaus noch ein ökonomisches Anwendungsbeispiel aufzeigst - damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet! Es gibt wirklich keinen green and sustainable marketing master-plan in deiner Schreibtischschublade?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerNein – ich vermute das ist bei mir eher instinktiv und hängt demnach viel mit meiner Erziehung zusammen. Ich kann mich z.B. noch gut erinnern dass meine Mutter mich oft ermahnt hat wenn ich stundenlang das Licht in Zimmern habe brennen lassen obwohl ich mich dort gar nicht aufgehalten habe. Das ist natürlich nur ein winziges Beispiel, summiert auf viele Menschen und deren Angewohnheiten kommt da aber Gewaltiges zusammen.

Kleiner Kaufladen - 004

Als Kind habe ich das nicht wirklich verinnerlicht, aber später sind mir dann doch viele Worte wieder in Erinnerung gekommen. Ich würde behaupten dass die Erziehung dahingehend doch sehr prägend ist, ebenso das Vorleben von Werten, der Respekt vor Menschen, die Wertschätzung der Natur.

Und auch was die Einstellung zum Geld angeht. Was unsere Eltern und auch Großeltern als Vorbildfunktion leben, sind doch recht einschneidende Erfahrungen. Wenn man als Kind bemerkt wie hart es ist sein Geld zu verdienen, besitzt man unter Umständen später auch ein ganz anderes Verhältnis zu Konsum. Man wäägt ab ob man etwas wirklich braucht und philosophisch gesehen kommt man irgendwann auch an einen Punkt an dem man sich nach seinen eigenen Bedürfnissen fragt – was einem letzendlich wichtig im Leben ist, was einen glücklich und zufrieden stellt.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionWie siehst Du die Entwicklung unseres zukünftigen Konsumverhaltens in Hinblick auf Ressourcenverknappung und den daraus resultierenden Problemen?

2008 - Übergang vom Reden zum Handeln?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerManchmal denke ich das Bewusstsein hat sich schon etwas gewandelt, gerade weil man sich heutzutage so vieler Informationsquellen bedienen kann, wie jetzt auch hier im Internet. Im Alltag gibt es Biosupermärkte, Biobauern, fair trade-Produkte, ökologische Landwirtschaft, etc. An anderen Tagen sehe ich das Ganze sehr schwarz und denke dass ich mich dahingehend täusche.

Heutzutage lebt man im Hier & Jetzt. Die meisten Menschen verhalten sich eher passiv statt aktiv. Das liegt wohl unter Anderem daran dass unsere schnellebige Zeit meist gar keinen Freiraum für andere und neue Lebensformen zulässt. Das ist ernüchternd. Weitsicht scheint vielen Einzelpersonen/Konsumenten nicht möglich weil sie befürchten ihre momentane Lebensart nicht ändern zu können – aufgrund finanzieller, zeitbedingter Umstände. Sie besitzen z.B. nicht die finanziellen Mittel/die Sicherheit um die Ernährung für eine ganze Familie umstellen zu können oder gar auf ihr Auto zu verzichten. Anderen mag es unbequem erscheinen Luxusgüter aus ihrem Leben zu streichen.

Kleiner Kaufladen - 002

Ich schließe mich dabezüglich der Wissenslücken nicht aus. Mehr Informationsfluss wäre hier angebracht. Damit erst einmal ein Rahmen für Diskussionen besteht und das Thema zu mehr Aufmerksamkeit gelangt. Verteuerung bei Gütern könnte eine, wenn auch, extreme Möglichkeit sein, Ressourcen zu schonen – so wäre man dann gezwungen seine Lebensart einzuschränken und neu umzulenken.
Denn ich befüchte das Ganze wird sich erst ändern, wenn erste Anzeichen von Knappheit und somit Folgen für unser tägliches Leben erkennbar sind. Weil dem Verbraucher dann letzendlich nichts anderes mehr übrig bleibt, als sich damit auseinanderzusetzen.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionDann legst Du dich ja mit deinem Kleinen Kaufladen quasi ins gemachte Nest, leicht überspitzt gesagt. Glaubst Du, dass Reduktion und Wiederverwertung wirklich umzusetzbare Antworten auf die Fragen von morgen sind?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerZumindest was den Umgang damit bei jedem Einzelnen betrifft. Da behaupte ich kann jede Person etwas dazu beisteuern, wenn die Bereitschaft vorhanden ist. Nur sehe ich das Problem eher darin dass niemand so recht weiß wie oder das Problem gar nicht vor Augen hat. Da müsste erst einmal Abhilfe geschaffen werden. Z.b. über die Wichtigkeit von gesunden Lebensmitteln aufklären, das könnte beim Arzt oder auch schon in der Schule passieren. Somit könnten Kosten im Gesundheitswesen eingespart werden.

Gesundes Essen muss nicht teuer sein und wer sich bewusst ernährt leistet einen Beitrag dazu gesund bleiben zu können. Im Haushalt lässt sich Energie sparen, doch keiner weiß so recht wo denn genau und welche täglichen Fallen überall lauern, die das Ganze so massiv machen. Seiten, wie z.B. Grünes Klima oder der Nachhaltigkeitsrat, schaffen da Abhilfe. Vieles sind wir selbst in der Lage zu steuern. Aber nur wer aufgeklärt ist, kann auch danach handeln. Und Jeder sollte, meiner Meinung nach, zumindest die Möglichkeit dazu haben.

Kleiner Kaufladen - 003

Sound Of Sirens - Interview - QuestionLetztes Wochenende fand deine erste Verkaufsausstellung statt. Wie lief denn die Eröffnungsparty?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerEs waren sehr nette Leute anwesend und vielen hat es gut gefallen. Da es nicht übermäßig, aber angenehm voll war konnte ich mich mit einigen Gästen unterhalten. Es wurden Erinnerungen an früher geweckt und das hat für glasige Augen und Verzücktheit gesorgt. Ich fand es erfreulich zu sehen dass sich auch junge Menschen so für alte Dinge begeistern konnten. Ich habe es als positiv empfunden.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionMelanie! Wir wünschen Dir noch viel Erfolg und eine gute Zeit mit deinem Kleinen Kaufladen. Bleib am Ball und vielen Dank für das Interview!

Sound Of Sirens - Interview - AnswerVielen Dank auch an Euch und gutes Gelingen bei Eurem tollen Projekt!


del.icio.us Reddit Digg Technorati Google StumbleUpon Bloglines Mister Wong

Seeding Deep Democracy

Sunday, April 6th, 2008

Just click on the play button and let her speak for a minute…She is clear, honest, accessible, intelligent,…

Read also SOS on Tour article on a talk of Vandana Shiva at the Schumacher College in march ‘08 (in german).

Find more articles of her here.

This is one of her book publications: ‘Earth Democracy: Justice, Sustainability and Peace’ / ‘Erd-Demokratie. Alternativen zur Neoliberalen Globalisierung’.


del.icio.us Reddit Digg Technorati Google StumbleUpon Bloglines Mister Wong

New Interview - Sustainable Dance Club

Monday, March 10th, 2008

Interview - Sustainable Dance ClubHi Friends!

You’ll find an interview with Esther De Jong from Sustainable Dance Club now in the Interviews Section. It’s about planning and running the world’s first sustainable night club. We talk about the people behind, their challenges, sustainable culture and technologies (i.e. an energy-generating dance floor). Enjoy!

By the way - do you know a project or a company you think it’s worth beeing featured in an interview? If so, feel free to use the submit button to the right! :)


del.icio.us Reddit Digg Technorati Google StumbleUpon Bloglines Mister Wong

Interview - Sustainable Dance Club

Sunday, March 9th, 2008

Sustainable Dance Club (SDC) is a new project of creatives from Holland, which has no less ambitious goal than to redefine the world’s club culture. It all started in Rotterdam… but read for yourself!
The Interview was done with Esther De Jong, SDC press spokesman, in the end of february 2008.

Sustainable Dance Club - 004

Sound Of Sirens - Interview - QuestionHi Esther!
Thank you for participating in a Sound Of Sirens interview and thanks a lot for your time in advance.
In the beginning, please tell us what Sustainable Dance Club is all about and who stands behind it!

Sound Of Sirens - Interview - AnswerHaving fun and doing it in a sustainable way, that’s the vision of the Sustainable Dance Club. The Sustainable Dance Club is a creative concept of Rotterdam based organizations Enviu – Innovators in Sustainability and Döll – Atelier voor Bouwkunst. The idea focuses on integrating sustainable design, technologies and entrepreneurship in a club environment. The goal is to introduce sustainability to a large and
young audience by making it sexy and profitable. In 2006 the concept was developed and presented during a completely sold out sustainable club night called The Critical Mass in Rotterdam’s club Off Corso. Since then, SDC has been overwhelmed with questions for presentations and interviews. Their goal is to realize the first edition of SDC this year, and this is going to happen in Rotterdam’s club MyTown, opening in September 2008.

Opening in September 2008.

In 2004 the idea of a sustainable dance club came to life in Stef van Dongen’s mind, the founder of Enviu. In the beginning of 2005, Enviu involved Döll –atelier voor bouwkunst, to help them with the technical aspects of creating a sustainable dance club. In September 2006 a graduate student called Anouk Randag, started to develop an energy-generating dance floor. Besides the idea of the Sustainable Dance Club as a permanent sustainable dance club, in parallel an organically growing ‘toolbox’ was developed in February 2007. This toolbox contains innovative modules that address the central themes of sustainable clubbing. The toolbox is an open database where people are invited from all over the world to contribute their ideas and experiences and try out ideas and share their experiences with other ‘toolbox-users’ to create a worldwide sustainable dance club community.

Sustainable Dance Club - 001
Section of a sustainable Off_Corso by Döll

One month later, Michel Smit (of Cultural Development and former director of Off_Corso) is installed as project leader of the SDC Company. In May 2007 the city council has plans to rebuild club Nighttown, and SDC gets included in these plans. The club Nighttown is going to be called MyTown and will be the first Sustainable Dance Club in the world!

Besides the energy-generating dance floor, plans are to build an environmental-friendly bar, include trees4dance (calcualate and compensate your dance-footprint), flush the toilet with rainwater, create a relaxingroof and more. The final concept will be shown in MyTown in September.

Spreading a sustainable message.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionBut what’s so sustainable on a night-club?
OK, you’ve got the energy-producing dancefloor, the rainwater-toilets, the environmental-friendly bar and so on…
But isn’t a club the mother-of-all consumption temples? Isn’t reduction of consumption one of the main keys to a sustainable lifestyle?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerYes clubbing is one of the most consuming activities, but people will keep on doing it anyway (compare it with flying an airplane). The aim of SDC is to reduce the waste in the clubbing scene for 30% and make the youth become aware of sustainable activities. In this way you have 2 matters in one: you reduce the waste and try to make young people get more active with sustainability.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionIf they ask you directly, will SDC actually help people in making their lifestyle more sustainable, instead of “just” being a role-model and building up awareness?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerThis is an interesting question since I am researching that at the moment. I am a graduate student and Im trying to find ways to let the visiting people change their lives into a more sustainable way. We would like to make a difference and not only show them how it could be.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionRunning a nightclub isn’t an easily affordable business. Most of all clubs all over the world are being sponsored by major brands. Will you work with sponsors, and if yes - is there any kind of selection procedure? Or will you accept cash from everybody, because the main point is: Take the money and do good things with it, even if it comes from a questionable corporation?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerI do not totally agree with the fact that running a nightclub isn’t an easy affordable business. Usually most of the clubs get there money out of the ticket and consuming income of the customers. In the case of Sustainable Dance Club we might use companies that support our goal (for example organic drinks or sustainable energy etc) and display their goods in the club. But again with the clubs, there isn’t a lot of sponsoring going on, probably more in the event business.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionIsn’t that very optimistic?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerMost of the clubs in Holland might get partial subsidies from the government otherwise, the pay it themselves or may corporate with big liqueur brands. In the case of a sustainable dance club, it has a big chance that the government steps in and we can cooperate with organic or sustainable brands like described down here. However, we will only work together with brands that support our goal and that are sustainable!

Sound Of Sirens - Interview - QuestionThat sounds promising!
To what extent must the company’s policy/culture of the possible sponsor-partner be sustainable?
I.e. would SDC accept Pepsi, when they offer you Pepsi Raw?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerDidn’t hear about Pepsi Raw until now! But it looks promising and it could be our sponsor for example. The same as we will be working with Gulpener which is the producer of organic beers. It’s hard to say how deeply sustainable a sponsor should be, as long as it is in the spirit of young, trendy and caring for the environment

Sound Of Sirens - Interview - QuestionBut don’t you think Pepsi isn’t just greenwashing its other activities with that particular line-extension and that they try to ride the eco-trend-wave, too?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerI guess you never know what a company’s intentions are, I don’t think you can say everybody is truly caring about the environment and not trying to gain an image or money out of it. Anyway I think it’s good when a company is doing something for ‘ sustainable’ people, from what intention they do it, is hard to say.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionWhat if someone wants to open a SDC in another country? Would you support them and / or sell him them concept in a kind of franchise-way?And are there any plans to spread the sustainable message to other clubs, like a SDC-club-tour or something like that?

Sustainable Dance Club 001
Garden of Delight at the Critical Mass party, october 2007 (photo: Frank Hanswijk)

Sound Of Sirens - Interview - AnswerOf course it is great if other people are having the same idea of being sustainable, but it would depend on the kind of company and their ideas about it I guess. I can’t give you a concrete answer about that now, we would have to see at the moment, but I don’t exclude franchising. There are in fact plans to spread the sustainable message and make a sort of SDC club on tour. Our ultimate goal is to make every club in the world sustainable, but of course at the moment we are still building on the first so we have to take one step at a time and first make sure all the attributes are finished.

Green Culture in Holland.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionNice dream! :) But maybe one day we’ll see a sustainable club-world like that, because it seems to be the only option in a world of such critical energy and resources descent.
Let’s talk a little bit about the dutch sustainable culture in general! How much are people aware of the situation and would you say that there are kind of green and responsible vibes to be felt inside the society?

Sound Of Sirens - Interview - AnswerI think there is a big awareness for sustainability in the Dutch culture at the moment. For example Rotterdam is trying to be the greenest city in Holland so there is a lot going on in this area. Of course it is one thing to say that you care about the environment and actually doing something about it. This is what SDC wants to achieve, also for clubbing youth. Besides that, it could be that sustainability is a trend right now, so this is a good time to focus on it before the attention starts to drop.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionWell said!
We wish you a very nice opening and an even more successfull future!
What kind of music and style will us expect?
And at last - will you spill the beans for our readers about the club-opening schedule?
(Secrets are sooo exciting…)

Sound Of Sirens - Interview - AnswerThe clubs we will work with can decide on their own what kind of music they want to play, for the first club in Rotterdam it is going to be a mixture of dance music & club nights, band performances and an open stage for creative young people. The assumption is that MyTown will open in the beginning of September, it can change depending on the progress of the club and its assets.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionThank you for your time and maybe we’ll see us in september at MyTown!

Sustainable Dance Club 003
Projection of the gas meter shown at the Critical Mass party (photo:Frank Hanswijk)

Check out Sustainable Dance Club online for further information!

See also Trees for Dance (unfortunatly only in dutch)
Trees for Dance gives clubs and festivals the opportunity to calculate the amount CO2 they (will most likely) produce. Also individual clubbers are able to measure their CO2 footprint of an all-night-long clubbin’ night. Trees for Dance offers everyone including big festivals the opportunity to compensate for the CO2 consumption by planting trees.”


del.icio.us Reddit Digg Technorati Google StumbleUpon Bloglines Mister Wong

Interview - Premium Cola

Wednesday, February 6th, 2008

Augenscheinlich ein koffeinhaltiges Getränk, sowie ein kommerzielles Produkt. Jedoch steckt hinter der schwarzen Brause ein um Nachhaltigkeit und Fairness bemühtes Kollektiv mit Ideologien, Meinungen und charmant-eigensinniger Sturheit. Premium als Konzept? Wir haben nachgefragt und Uwe Lübbermann, einen Initiator des Projektes zu Wort gebeten.Das Interview entstand Ende Januar / Anfang Februar 2008 und wurde als eMail-Dialog geführt. Viel Spass!

Premium Cola - Mehrwegflasche

Sound Of Sirens - Interview - QuestionHallo Uwe!
Danke, dass Du dich zu einem Interview mit Sound Of Sirens bereiterklärt hast. Erzähl’ doch bitte für die Unwissenden unter uns vorweg kurz etwas über Premium Cola! Was ist die Idee, worum geht’s?

Sound Of Sirens - Interview - Answertag max … mit “kurz” meinst du eine sms-version? :) premium ist auf den ersten blick nur eine cola ohne logo auf dem etikett, die in
ganz bestimmten läden zu haben ist und die sonst kaum jemand kennt. wer sich die zutaten dann etwas genauer ansieht, findet aber zb “konsequenz” - und wer noch genauer nachguckt findet zb ein blog, in dem premium freiwillig produktionsfehler veröffentlicht, weil hersteller von nahrungsmitteln das tun sollten. die idee hinter premium ist nichts weiter als der praktische versuch, wirtschaft und moral konsequent zu verbinden - so wie es ein haufen enttäuschter konsumenten eben tut, wenn sie durch zufall plötzlich eine eigene marke aufbauen können.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionDu deutest mit dem Begriff “Zufall” an, dass die Gründung von Premium Cola zunächst gar nicht geplant war und aus einer Bewegung entstand, die sich damals lediglich gegen das neue, abgemilderterte und massenmarkttauglichere Africolarezept gewehrt hat. Als es dann doch mit der eigenen Cola-Marke losging - haben sich Du und deine Mitstreiter dann zusammengesetzt, um einen Businessplan und eine Satzung oder eine Art Codex auszuarbeiten?

Geschichte, Kraft, Geschmack, Aufrichtigkeit, Konsequenz, Leben.

Sound Of Sirens - Interview - Answerso ungefähr. gewehrt haben wir uns ja vor allem gegen die unehrlichkeit der neuen afri-besitzer, die das rezept nämlich heimlich verändert hatten. das war nur einer von vielen fehlern, die afri und die normalen unternehmen aus unserer sicht laufend passieren - einen chef haben der pauschal recht hat ist auch so eine sache. wir wollten daraus lernen und natürlich alles besser machen. ohne ahnung von getränken und der branche geht das auf keinen fall, also haben wir alle beteiligten mit ins boot geholt und jeden sonntag abend im pudel klub diskutiert wohin die reise gehen soll. daraus entstand dann unsere kollektive arbeitsweise, alles mit allen beteiligten abzustimmen - und zwar auch mit den kunden.

einen businessplan gab es nicht, weil premium kein business sein sollte; die cola am leben halten und möglichst moralisch sauber steuern, das war der kern. als eine art kodex haben wir damals sechs begriffe definiert: geschichte, kraft, geschmack, aufrichtigkeit, konsequenz, leben. klingt irgendwie gestelzt, hat aber besonders zu anfang gut geholfen - bei vielen streitfragen musste man zb nur eben gucken, was die aufrichtigste oder konsequenteste lösung wäre …

Sound Of Sirens - Interview - Question“alles mit allen Beteiligten abzustimmen” - Damit sprichst Du den zentralen Punkt eines sich in der Geschäftswelt immer weiter verbreitenden Themas an: Corporate Social Responsibility (CSR) - nämlich das Einbeziehen der Belange aller Beteiligten, vom Chef, über Zulieferer/Dienstleister, Mitarbeiter, bis zu den Kunden. Bei den meisten Firmen ist CSR jedoch noch lange nicht so tief in die Struktur vorgedrungen und wird häufig nur als unschöner Kostenpunkt betrachtet, wobei sich natürlich gerne zu jeder Gelegenheit damit geschmückt wird.
Wie kommt es, dass der “Zwerg” Premium Cola es schafft, woran so viele “Big Player” scheitern?

Sound Of Sirens - Interview - Answeroh. gute frage. im affekt würd ich sagen, dass eine kombination aus mehreren faktoren nötig ist um diesen weg weiter zu gehen als andere. geduld ist auf jeden fall ein thema, weil viele diskussionen einfach dauern :) im umkehrschluss heisst das, es darf keinen wachstumsdruck geben - wir lösen das über extrem geringe fixkosten (kein büro) und eine ist-kalkulation: wenn geld reinkommt kann es rausgehen, sonst nicht, also entsteht vorher kein schaden. die beteiligten müssen persönlich so souverän sein, sich in allen fragen auch von laien reinreden zu lassen - denn auch die können eine gute idee einwerfen, und das kommt öfter vor als man erwarten würde.

maximale transparenz ist eine voraussetzung, bei uns können zb alle kunden auch auf das bankkonto gucken - sonst kann sich ja keiner eine fundierte meinung bilden. nicht zuletzt ist etwas masochismus ganz hilfreich, wenn zb auch der anteil des “chefs” von allen beteiligten mitbestimmt wird. dadurch entsteht aber zugleich der gewollte zwang, alle beteiligten fair zu behandeln. stabilisierend ist lustigerweise auch, dass wir keine schriftlichen verträge und keine bindungen haben; so könnte jeder raus der wollte, weshalb man alle wiederum fair behandeln muss …

es kann sein, dass so organisierte kollektive strukturen nur bis zu einer gewissen größe funktionieren. das hängt natürlich von den leuten ab die sie organisieren, und wir loten eben aus wie groß das ganze geht. momentan sind es 145 leute in 54 städten, und mir persönlich scheint der diskussionsaufwand immer geringer zu werden. wenn die basics erstmal definiert sind, ist das ja auch kein wunder. natürlich ist nicht alles gold was glänzt, auch wir haben probleme, aber den big playern kann ich nur sagen: machts, kollektives und moralisches wirtschaften lohnt sich. übrigens auch finanziell, das ist noch ein beweis den premium antreten will, mittlerweile.

reich werden wir wohl nie damit, aber eine stabile struktur mit dauerhaften lieferwegen und lauter zufriedenen leuten lässt sich mit relativ wenig aufwand in betrieb halten. und entscheidungen, bei denen alle beteiligten mitbestimmt haben, sind in der regel sehr stabil -> planbar, tragfähig, kostengünstig. das mal so als anreiz für “normal” denkende unternehmen :)

Sound Of Sirens - Interview - QuestionNun scheint Euch der Erfolg ja Recht zu geben. Wie Du selbst erwähntest, ist Premium Cola mittlerweile weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt, ihr wirtschaftet im grünen Bereich, namhafte Medien wie z.B. die Brand Eins verfassen mehrseitige Features über euch.
Was passiert, wenn ihr merkt, dass Bekanntheit und Verkaufszahlen “drohen”, den Mainstream zu erreichen? Wie weit kann korrekter Wachstum gehen? Und beissen sich nicht eigentlich Werte wie Stabilität, Vertrauen, Fairness und Sicherheit mit der Idee, keine schriftlichen Verträge aufzusetzen?

Sound Of Sirens - Interview - Answerach, was man heutzutage alles erfolg nennt. mit unseren rund 200 tsd flaschen pro jahr sind wir ein tausendstel von bionade, und in 21 unserer 54 städte gibt es nur einen einzigen laden, weswegen wir diese lieferwege oft mit einem anti-mengenrabatt subventionieren müssen. medien mögen uns, das stimmt, obwohl wir bewusst keine pressemeldungen verschicken. sagen wirs mal so: die ideen hinter premium sind viel größer als das produkt, deswegen werden sie interessiert aufgenommen - ich warte ja noch drauf, dass ein big player etwas ähnliches im großen maßstab aufziehen will. wirtschaftlich ist premium im grünen bereich, wir konnten sogar gerade den preis senken, was uns erst ungläubiges gelächter und dann respekt eingebracht hat :)

Korrekter Mainstream

bekanntheit und verkaufszahlen steigen zwar, aber überrollen kann uns das ganze nicht, dafür stehen wir bewusst auf der bremse. es hat zb gerade ein halbes jahr gedauert, bis ein zweiter händler in köln einsteigen konnte, weil wir dem ersten nicht einfach einen mitbewerber vor die nase setzen wollten. gut, das ist ein extremfall, sonst sind wir schneller - aber hetzen lassen wir uns garantiert nicht: lieber langsam und richtig als schnell und verkehrt. zu schnelles wachstum wird schon durch unsere großteils untätigen sprecher = außendienstler verhindert :) was du mit mainstream meinst, wäre zb der einstieg bei budni, der von ihrer ersten anfrage im februar 07 bis jetzt gedauert hat.

das lag unter anderem daran dass wir erst nein gesagt und ich die mail von denen verloren hatte, dann aber vor allem daran dass wirs gut machen wollten: vorhandene händler schützen, nicht abhängig werden und so weiter. budni hat bei allem mitgespielt und geht sogar den spaß mit, einen runden preis von 1 euro anstatt dem üblichen schwellenpreis zu machen. auch deswegen wagen wir den schritt - und sehen das zugleich als chance, mal ein paar andere leute mit unseren ideen von moralischem wirtschaften zu erreichen. ich persönlich glaube, dass größe kein pauschaler fehler ist, auf das wie kommt es an. solange man sich auch weiterhin für das gesamte netzwerk verantwortlich fühlt, ist es nur eine frage der organisation.

schriftliche verträge: ich würde keinen kunden behalten wollen, der nur dabeibleibt weil ein zettel das von ihm verlangt. natürlich gehen die beteiligten verpflichtungen ein, zb liefern und rechnungen bezahlen, aber das geht (zumindest bisher) alles ohne juristisches beiwerk. ist ein vertrag denn immer ein plus an sicherheit? wenn jemand einen will, würden wir einen machen. aber dann reicht im prinzip auch eine mail, oder sogar nur konkludentes handeln, schon ists rechtlich gültig und damit im zweifel einklagbar … aber wer will das schon? ich habe den eindruck, dass die allermeisten leute nach gesundem menschenverstand handeln, erst recht wenn man ihnen nicht mit verträgen auf die nerven geht. und mit den anderen arbeitet man halt nicht zusammen, fertig.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionOK. Dann frage ich anders herum. Da ihr ja nichts gegen Wachstum per se habt, so lange ihr euch treu bleibt - was passiert wenn ihr eine gewisse Größe erreicht habt und demzufolge auch mehr Kapital zur Verfügung steht? Gibt es Ideen, sich sozial und/oder ökologisch zu engagieren? Und was passiert bereits heute schon in dieser Richtung?

Sound Of Sirens - Interview - Answerirgendwie lustig, bei unseren paar flaschen über größe zu diskutieren :) ich persönlich finde es immer bizarr, wenn unternehmen erst maximal auf die tube drücken nach allen regeln der VWL, und dann einen teil ihrer gewinne für soziale deckmäntel ausgeben. warum nicht vorher bewusst den beteiligten mehr als faire anteile zahlen, den preis senken wenn das geht, falls möglich zumindest teilweise die umweltbelastung ausgleichen? letzteres versuchen wir auch seit april, ein cent je flasche wurde zuerst an atmosfair und wird mittlerweile an akowia überwiesen, um das durch unsere transporte verursachte CO2 “auszugleichen”. natürlich geht das nie ganz, lkw machen mehr dreck als CO2, sind laut und gefährlich, aber unternehmen sollten nach kräften für den von ihnen verursachten ärger geradestehen.

je größer premium wird, desto mehr kräfte sind das, dahin geht auf jeden fall die reise. ausbilden würde ich auch gerne, das geht aber erst ab einer gewissen größe. in gewisser weise nehmen wir uns dabei raus, mit dem geld der kunden rumzuhampeln, andererseits haben sie es gerade uns dafür gegeben. und damit weder werbung, vorstandsmillionen oder neuwagen mitfinanziert. geld ist ein gestaltungsmittel, sag ich immer gerne - je mehr davon reinkommt, desto mehr gutes können wir damit machen. inaktive sprecher verzichten zb schon jetzt auf ihren lohn und spenden ihn lieber, was uns zwar dasselbe kostet, aber immerhin ziele wie AWO, K4, radioX, AZ aachen, spontane kinderhilfe und die rote hilfe unterstützt. aber da wir meistens auf der bremse stehen, wird größe evtl eher mit hilfe anderer premium-produkte erreicht, wenn sie jemand macht.

Sound Of Sirens - Interview - QuestionAndere Premiumprodukte? Wie ist denn das nun zu verstehen? Das klingt ja nach Franchise.

Sound Of Sirens - Interview - Answerso ist es auch gemeint, aber natürlich nicht wie normale unternehmen das machen würden. open franchise ist die grundidee, denn unsere art zu wirtschaften ist viel zu gut um sie nicht einfach kopierbar zu machen. das geht natürlich nur ganz oder gar nicht, sonst könnten kommerzielle unternehmen sich mit dem schönen schein der mitbestimmung schmücken - solche lächerlichkeiten kennt man ja, ein anzeigenmotiv mitgestalten, gähn.

“Premium” als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe

wir meinen das schon ernst und haben daher auch mal öffentlich gesagt, dass jeder der ein produkt nach premium-prinzipien macht es auch so nennen darf, inklusive der von uns geschützten gestaltung - die nutzung sollte kostenlos sein, der einführungsaufwand eines premium-systems könnte was kosten weil das arbeit ist, müsste im einzelfall abgeklärt werden. wie bei linux eben, das ist ein modell. im kern gehts uns darum dass sich andere unternehmen was abgucken, machen schon einige, aber es könnte mehr sein damit die wirtschaftswelt ein bißchen besser wird.

vor einem jahr ist uns übrigens erst klargeworden, dass unser eigentliches produkt keine cola ist, sondern eine ideologie. damit die bekannter wird und das unternehmen premium auf mehreren beinen steht, sollte es noch weitere produkte geben - entweder von “externen” (wobei in der heutigen wirtschaftswelt eigentlich niemand extern ist) oder von leuten die schon jetzt bei premium mitmachen. ich baue an zb einem hardcore-soliden notebookrucksack bei dem der schneider den größten teil des kaufpreises bekommt. außerdem plane ich schon länger an einem premium-bier, das nicht große teile des umsatzes für freiware, werbekostenzuschüsse, listungsgebühren und was weiß ich noch alles verballert - der biermarkt ist da nämlich noch kaputter als der softdrinkmarkt. andererseits sind manche gastronomen auf diese gelder angewiesen, deswegen ist nur unsere cola schwarzweiß, aber keine meinung :-)

bei dem bier sollte jedenfalls ein fester anteil je flasche für alkoholiker-prophylaxe verwendet werden - denn ein teil unserer kunden könnte süchtig sein, deren geld will ich nicht haben. normale hersteller kümmern sich nicht darum, dass sie zum teil von alkoholkranken profitieren, das geht eigentlich nicht klar. aus dem kollektiv kommt aber die berechtigte kritik, dass es schon hunderte biere gibt und man nicht noch eins braucht, für dessen transport diesel verbrannt und die luft verpestet wird. regionale lösungen wären eine schöne idee, aber dafür müsste man auch regional zuverlässige leute haben … keine ahnung wie wir das machen, aber so oder so müssen wir mal ein handbuch für das open franchise schreiben, wenn mal dafür zeit ist, haha …

Sound Of Sirens - Interview - QuestionEin guter Freund, praktizierender Arzt, hat mir einmal davon abgeraten Medizin zu studieren, da er meinte, es habe doch sehr viel mit Selbstaufgabe zu tun. Er bezog das auf die Arbeitszeit, die Verantwortung und natürlich auch auf die immer weiter schrumpfenden Gehälter. Trotzdem ist er ein leidenschaftlich engagierter Mensch in seinem Beruf.
Entschuldige bitte, dass sich mir diese Parallelen aufdrängen - aber würdest Du mir davon abraten, eine Cola zu machen? Bzw. mit all den Ideen, Projekten, dem breitgefächertem Engagement usw. kommen ja auch viele, viele Aufgaben. Wie organisiert ihr euch?

Sound Of Sirens - Interview - Answerdu meinst den praktischen ablauf? das ganze beginnt, indem sich leute melden die in ihrer stadt gern premium trinken würden, sie aber nicht bekommen. einige davon interessieren sich dann dafür, diese lücke selbst zu schließen und als sogenannte sprecher zu fungieren, also passende läden anzusprechen und zu überzeugen. da melden sich ganz verschiedene typen: studenten, hubschrauberpiloten, krankenpfleger oder sonstwas … leute mit branchenerfahrung im außendienst zwar auch, aber eher selten. natürlich hat man mit neulingen erstmal mehr arbeit, auf der anderen seite sind wir selbst noch anfänger, und naßforsche vertriebsschweine wären bei uns sowieso fehl am platz. angeblich lachen uns mitbewerber manchmal für unseren chaotischen haufen aus, aber ich stehe dazu, denn es haben sich schon profis als flaschen und anfänger als zuverlässige leute erwiesen. komischerweise melden sich kaum frauen, was irgendwie blöd ist, weil ich immer noch hoffe mich hochzuschlafen, harhar …

jedenfalls: die leute muss man natürlich vor dem start besuchen und gucken, ob sie ideologisch ins bild passen und einen guten geschmack für läden haben. es melden sich fast nur passende leute und läden, abgelehnt haben wir nur einen oder zwei - man könnte auch sagen, premium ist sehr scharfkantig positioniert, oder so :-) die leute brauchen natürlich auch eine muster-kiste, dann können sie im prinzip starten. gefühlte 90 % der leute tun das aber nicht, sondern bleiben still und machen nix. dadurch entsteht zwar kaum schaden außer zeit, reisekosten und der kiste, schade ists trotzdem.

Lieferstruktur mit festen Preisen und Kundenschutz.

der rest geht los, überzeugt ein paar läden und findet heraus über welchen getränkehändler man die beliefern kann. mit dem rede dann meistens ich und bastele die lieferstruktur im hintergrund, manche sprecher machen das aber auch bewusst selbst - es gibt zb einen händler für magdeburg, mit dem wir seit jahren arbeiten und den ich noch nicht kennengelernt habe, weil es terminlich nie passte. die meisten kenne ich aber schon selbst, das ist mir auch wichtig, denn der händler ist eine wesentliche schnittstelle und muss bei uns auch ein paar sachen wie zb feste preise und kundenschutz der anderen händler einhalten. jedenfalls: wenn die struktur steht, muss man sie im prinzip “nur” noch am laufen halten, was natürlich in der summe doch eine menge arbeit werden kann. ich studiere ja parallel und hab noch einen brotjob, also ists immer eine frage der organisation - das triffts eigentlich am besten.

wir haben speziell in den letzten monaten einiges umgebaut: es gibt einen zwei meter großen japaner der sich um abfüllmengen und die buchhaltung kümmert, eine frankfurterin die sachen nachverfolgt wie zb fehlende spendenquittungen oder aktuell das informieren der händler damit sie die preissenkung zum gastronomen durchreichen, einen kollegen in münchen der die etiketten-druckvorlagen macht und so weiter. dieses modell ist theoretisch noch ziemlich weit skalierbar, solange die leute ihren job zuverlässig machen kann man so völlig ortsunabhängig viel geregelt kriegen - wenns was neues gibt, würden wir halt im verteiler fragen wer bock hat.

generell kann man sagen dass ich sowas wie die zentrale schaltstelle bin, wogegen ich mich einige jahre lang ziemlich gewehrt habe, hab halt immer noch an kollektives arbeiten geglaubt … teilweise gibt es das zwar auch, aber eben nur teilweise - das kollektiv entscheidet alles mit, aber sachen machen und vor allem dinge anstoßen muss tendenziell eher ich. andererseits gefällt mir das auch, so ein netzwerk am brummen halten, und ab einer gewissen komplexität ist es auch für langjährige mitleser nicht mehr so einfach durchzublicken. leider, denn durchblick ist ja zum mitentscheiden nötig - da braucht man viel disziplin, um teilweise immer wieder das gleiche zu erklären oder auch völlig klare themen ausgiebig im verteiler zu moderieren.

nur so gehts aber, es kommt fast immer mehr dabei raus als ich alleine könnte, also ist das schon alles cool. beim thema verantwortung müsste ich sicher noch entspannter werden und zb nicht immer rechnungen am tag des eingangs überweisen, damit bloß niemand auf geld wartet … und drei computer sind sicher auch einer zuviel, aber man weiß ja nie, oder so.

ob ich dir raten würde, sowas auch zu machen? mir hat premium sehr viel gegeben was das verstehen von wirtschaft und hintergründen angeht, und damit auch fürs studium. ich hab eine menge guter leute kennengelernt von denen einige auch gute freunde geworden sind. wir haben eine liste der premium-läden, sodass in vielen städten gute adressen bereitstehen, und ein schlafplatz ist auch meistens drin. außerdem ist das ganze ding relativ stabil - wenn ich keine groben fehler mache, wird premium mir in einigen jahren wohl meinen lebensunterhalt einfahren können.

Nachhaltigkeit, die sich bezahlt macht.

insofern: der premium-ansatz kostet viel arbeit, aber er gibt eine menge zurück. trotzdem achte ich drauf, dass das ganze nicht zu sehr von mir abhängig ist - es gibt mittlerweile für jede teilfunktion mindestens ein backup, es gibt einen fallback-banklogin beim anwalt, es gibt ein testament … nonkommerziell und trotzdem professionell, das ist so eine art mantra. wir haben auch schon ein paar anderen marken beim start geholfen oder mit ihnen im laufenden betrieb kooperiert, das würde sicher auch für dein getränk drin sein wenn du eins machst - na, wie wärs? :-)

Sound Of Sirens - Interview - QuestionHehe. Momentan habe ich keine Ambitionen ein nachhaltiges Premium Produkt auf den Markt zu werfen, aber wenn dem mal so sein sollte, weiss ich ja spätestens jetzt, bei wem ich mich melden muss!
Apropos Markt. “Bio”, bzw. alternativ und jung ist seit längerem ziemlich angesagt. Gerade im f&b Bereich. Mir als alter Hamburger z.B. fällt sofort das Beispiel Fritz Kola ein, die in relativ kurzer Zeit nach Premium Cola antraten und bekannt wurden und welche auch sehr schnell so einiges an Terrain gewonnen haben.
Wie geht ihr mit euren Mitbewerbern um? Ist das Wort “Konkurrenz” bei eurem “chaotischen Haufen”, wie Du eben noch meintest, überhaupt angebracht? Gerade bei Fritz Kola ist ja die Art und Weise der Kommunikation und des vordergründigen Erscheinungsbildes doch sehr “ähnlich”… um nicht das böse Wort mit “Pla…” beginnend in den Mund nehmen…

Sound Of Sirens - Interview - Answerwird das so ähnlich wahrgenommen? ich hoffe nicht :-) die fritzer sind ganz normale unternehmer, die mit ihrem laden geld verdienen und coca-cola angreifen wollen - sie haben auch nie was anderes gesagt, insofern sind sie ehrlich. an anderer stelle sind wir durchaus mal aneinandergeraten, ich hab aber grad letzte woche zufällig einen von denen getroffen und bei der gelegenheit zum klärenden biertrinken eingeladen. wenn das passiert, hab ich versprochen die alte story nicht mehr aufzuwärmen - daran halte ich mich jetzt mal prophylaktisch hier.

was die harten fakten angeht, sieht der genaue betrachter hoffentlich schon unterschiede: cola ein dreivierteljahr nachdem es premium gab, vier limos für mehr umsatz (jetzt eine fünfte mit holunder-zusatz, holunder kennt man doch irgendwoher), etikett in vier sprachen mit barcode für scannerkassen, kaffeecola nachdem es hausmarke-limona.de gab, markenanmeldung fritz-mate nachdem flora power gestartet ist. reklame-schilder an läden, werbung mit einem hengstkopf-typen auf einer dame, das sind alles so sachen an denen man von außen schon erkennt was ich gerne diplomatisch sage: unsere ziele unterscheiden sich sehr, die fritzer machen ein ganz normales unternehmen. natürlich stößt es dann komisch auf, wenn sie sich werblich in eine linke ecke stellen (und das passende schild “nur wasserwerfer machen wacher” in der schanze) ohne dass substanz dahintersteckt.

andererseits ist das “normales” werbeverhalten für ein unternehmen, die fritzer sind leider oft schneller als wir weil sie einen aktiven außendienst haben, größer als wir sind sie auch schon. aus der normalen VWL-sichtweise machen sie sicher vieles richtig und haben einiges abgeräumt, das muss man schon respektieren. an anderen stellen fällts uns schwer, es soll zb eine 0,2 l gastroflasche geben, die wir ökologisch uncool finden bei der relation menge <-> transport. je weiter die ihren weg gehen und wir unseren, desto größer wird ganz von selbst der unterschied, und desto klarer wird er hoffentlich auch gesehen.

andere mitbewerber nehmen uns mangels größe kaum ernst, afri hält still, coca-cola bzw. deren rechtsabteilung war erstaunlich freundlich zu uns. flora-power und hermann-kola sind uns etwas besser bekannt, man hilft sich gegenseitig an ein paar ecken, so wie sichs halt gehört. hermann trennt dann zb (meistens, norbert, ich krieg das mit :-) und bietet premium-läden nur seine brausen an. generell denke ich, dass miteinander weiter führt als gegeneinander …

Sound Of Sirens - Interview - QuestionSchön gesagt und Dir glaube ich es sogar! Bietet Premium Cola ein öffentliches Forum an, bei welchem sich der Verbraucher einmischen kann? Wenn ja, passiert sowas auch offline? Und wie sieht es tatsächlich mit eurer vielpropagierten Transparenz aus? Wie weit lasst ihr euch von wem in die Karten gucken, sowohl intern als auch extern und wie sieht das dann in der Praxis aus?

Transparenz mit Schutzinteresse aller Beteiligten.

Sound Of Sirens - Interview - Answeralle beteiligten können einen zugang zum ansonsten nichtöffentlichen board haben, in dem die dauerhaft gültigen infos gesammelt werden - also zb über den aufbau des netzwerkes, städte und läden, die kalkulation, berichte von unseren offline-jahrestreffen, logins zur buchhaltung oder zum bankkonto und so weiter. beteiligte sind auch alle konsumenten, man kann also als endkunde aufs bankkonto gucken, das zeigt den meisten leuten wie ernst wir das mit der transparenz meinen. auf basis der infos werden dann alle aktuellen themen und entscheidungen in der mailingliste diskutiert, auch da können alle beteiligten rein.

beides ist trotzdem nicht öffentlich, man braucht erst einen login, das hat unter anderem mit den schutzinteressen der partner zu tun - sonst könnten externe händler zb gucken, auf welchen wegen unsere händler = ihre mitbewerber so hantieren. wir wollen premium aber auch schützen, weil sonst fritz gucken könnte wieviel geld wir grad haben, und coca-cola sich eine liste der coolen läden ausdrucken in die sie sich einkaufen können … nein danke. transparenz ist cool, aber sie hat auch grenzen, ganz wahnsinnig sind wir hoffentlich nicht. deine frage triffts aber, eigentlich wäre was zusätzliches öffentliches ganz nett.

wir baue