Eigentlich wĂ€re zum Thema Nike ein lĂ€ngerer Beitrag, wenn nicht gar eine eigene Page angebracht. Vielleicht kommt das auch noch, aber soweit erst einmal in KĂŒrze:
Nike bringt sich im Gegensatz zu den meisten direkten Mitbewerbern immer wieder mit grĂŒnen und nachhaltigen Projekten ins GesprĂ€ch. Die machen das sogar echt gut - nimmt man z.B. Adidas zum Vergleich, die es gerade einmal schaffen EINE grĂŒne Line einzufĂŒhren, in welcher sage und schreibe EIN jĂ€mmerlicher Flip-Flop enthalten ist. Haha!
Und wenn man sich ein wenig nĂ€her mit Nike beschĂ€ftigt, klingt das alles sogar höchst innovativ fĂŒr ein Majour Fashion Label aka 90’s Sweatshop Satan (remember those days?). Da gibt es zum Beispiel einen Fahrplan, neudeutsch Roadmap, fĂŒr eine kontinuierlich fortschreitende ökologische UmwĂ€lzung aller Produkte. Nike hat sich das Ziel gesetzt, alle Produkte Schritt fĂŒr Schritt möglichst klimaneutral zu fabrizieren. DafĂŒr haben sie ein mehrstufiges System (silver-star to platinum-star) entwickelt. womit sie ihre eigenen Produkte ratifizieren. Angeblich wird daraufhingearbeitet, dass eines Tages alle den besonders erstrebrenswert grĂŒnen Platin Status erreichen. Nachzulesen u.a. alles hier.
Den Anfang machte sogar der aktuelle Air Jordan, immerhin das Flagship unter den Sportschuhen. Es gibt auch einen umfassenden CSR Codex - Nike was founded on a handshake - der zumindest in good old germany seines gleichen sucht.
Bemerkenswert ist ebenfalls, dass die Liste grĂŒnem bzw. sozialem Engagements sehr lang ist - vom Basketballplatz aus recycleten Sportschuhen, hemp clothing, network-building (connecting low-income demographics), und und und… bis hin zu Nike’s neusten coup:
Nike Trash Talk.

Also ein Nike Zoom, aber komplett aus recycletem Material gefertigt. Klick.
Das alles ist ja schön und gut, ABER (ja, jetzt kommt das groĂe “aber”) warum muss ich dazu elektronische Kilometer weit googlen, um das alles zu finden? Warum werde ich mit solchen AktivitĂ€ten nicht gleich als allererstes auf nike.com begrĂŒĂt? Warum erfahre ich da nichts aber auch gar nichts ohne (in diesem fall reale) Kilometer in Nike Town bis in den allerletzen Winkel des Ladens zurĂŒckzulegen?
Dazu ein Zitat von Charlie Gower (Blogger aus UK) :
“Nike recycle old shoes and turn them into basketball courts. This was something they started a while back and was featured quite well in the press. The argument whether this is worth doing is not the issue here for me itâs the fact that this big perspex box is away from all their customers. On the third floor (customer services) there is nothing else. No one is going to see this box or know they can give their trainers back. Why isnât it in the foyer of Nike Town for all to see? âŠHow complicated must the internal politics be that one day they can make sustainable shoes and the next day they hide away another sustainability service in the depths of their shop?”
Das trifft es ziemlich auf den Punkt. Wie kann es eine Firma wirklich ernst meinen mit ihren CSR/Greening-AktivitĂ€ten, wenn ebenjene nach dem gehörigen Presserummel, der jedesmal erneut seine Wellen schlĂ€gt, in die Abstellkammer verbannt werden? Schon komisch… wahrscheinlich wird am Ende doch nicht langfristig gedacht und nur das Geld gezĂ€hlt, das jetzt dafĂŒr flöten geht.